Warum üben nicht gleich üben ist

Klavierlernen - Warum üben nicht gleich üben ist | PianoTube

Eine gan­ze Kate­go­rie, die sich nur dem Üben wid­met? Jeder weiß doch, wie das geht: Neu­es so lan­ge wie­der­ho­len, bis man es kann. Das ist rich­tig, es gibt aber noch einen wei­te­ren wich­ti­gen Aspekt beim Üben: die Übe-Metho­de, die Art und Wei­se „wie” man etwas übt. 

Man kann also ein­fach nur üben — oder man kann so effek­tiv und effi­zi­ent wie mög­lich üben. Letz­te­res ist eine Abkür­zung, so als wür­de man zum Ziel flie­gen anstatt auf dem Land­weg Mee­re und Ber­ge zu durch­que­ren. Schau­en wir uns die ver­schie­de­nen Metho­den ein­mal an.

Die wohl belieb­tes­te Metho­de zu üben, ist, eine Stel­le, die nicht klappt, so oft zu wie­der­ho­len bis sie klappt. 

Mehr über die Durchspiel-Methode erfahren

Beim klas­si­schen Kla­vier­un­ter­richt zählt oft nur das Ergeb­nis. Wie man es erreicht – mit wel­chen Mit­teln  — wird dabei dem Schü­ler überlassen. 

Fragt man Kla­vier­schü­ler, wie sie üben, ant­wor­ten 9 von 10:

  • Das Stück von Anfang bis Ende durch­spie­len.
  • Klappt eine Stel­le nicht, spielt man sie so lan­ge immer wie­der, bis sie klappt.

Fragt man Kla­vier­stu­den­ten, wie sie üben, ant­wor­ten 7 von 10 das­sel­be. Ande­re ergänzen:

  • Schwe­re Stel­len ein paar Mal lang­sam spie­len, mit getrenn­ten Hän­den oder rhyth­misch variiert.
  • Anschlie­ßend die Stel­le im Tem­po mehr­mals wiederholen.

Kla­vier­schü­ler bezie­hen den Spruch „Übung macht den Meis­ter“ also haupt­säch­lich auf die Übe­zeit. Die Quan­ti­tät ist für sie das ent­schei­den­de Kriterium.

Üben — langweilig, langwierig, mühselig

Der offen­sicht­li­che Nach­teil die­ser Übewei­se ist, dass es quä­lend lang­wei­lig ist, sodass man es meist ein­fach so schnell wie mög­lich hin­ter sich brin­gen will. Die Fol­ge ist unkon­zen­trier­tes und auto­ma­ti­sier­tes üben, wodurch sich wie­der­um die Zeit, die man ins­ge­samt braucht, um ein Stück zu ler­nen, ver­län­gert. Sehr effi­zi­ent ist die­se Übeme­tho­de also nicht.

Die Tat­sa­che, dass es so lan­ge dau­ert bis man ein Stück gelernt hat und so vie­le Jah­re, bis man anspruchs­vol­le Stü­cke spie­len kann, hat zu dem Mythos geführt, dass Kla­vier spie­len ler­nen beson­ders schwer und beson­ders zeit­auf­wen­dig ist.

Unter der Kate­go­rie Spiel­tech­nik zei­gen wir dir, wie man leicht und geschmei­dig Kla­vier spielt und in kur­zer Zeit und mit ein­fa­chen Metho­den sei­ne Spiel­tech­nik ver­bes­sert.

Hier wol­len wir dir zei­gen, wie du das bes­te aus dei­nen Übe­sit­zun­gen her­aus­holst und in kür­ze­rer Zeit ein bes­se­res Ergeb­nis erzielst.

Der Ton macht die Musik

Natür­lich ist die ins­ge­samt am Kla­vier ver­brach­te Zeit ein eben­so wich­ti­ger Fak­tor wie die Spiel­wei­se und die Übeme­tho­den. Doch der Teu­fel steckt wie immer im Detail. Wie in so vie­len Din­gen kommt es gera­de beim Üben auf die Qua­li­tät an. Dar­auf wie man übt:

Übung allein macht nicht per­fekt. Erst per­fek­tes Üben macht perfekt.
Vin­ce Lom­bar­di, ein inter­na­tio­nal bekann­ter Football-Trainer

Wenn man näm­lich „falsch“ übt, dann kann es sich umge­kehrt pro­por­tio­nal ver­hal­ten: Man spielt immer schlech­ter. Soll hei­ßen: das Spie­len wird immer anstren­gen­der. Leh­rer wie Schü­ler schie­ben das dann ger­ne auf die schwe­rer wer­den­den Stücke. 

Schaut man sich aber gro­ße Pia­nis­ten an, scheint es bei ihnen umge­kehrt zu sein: es fällt ihnen umso leich­ter, je schwe­rer das Stück ist.

Doch die wenigs­ten aus­ge­bil­de­ten Pia­nis­ten üben 6 Stun­den täg­lich. Mit Sicher­heit übt nie­mand von ihnen so, wie Kla­vier­schü­ler es für gewöhn­lich tun. 

War­um soll­te man 6 Stun­den üben, wenn man ein bes­se­res Ergeb­nis in 3 Stun­den haben kann?

Weniger Üben — besser spielen

3 Punkte

Wir haben heu­te im Ver­gleich zu frü­he­ren Zei­ten einen unschätz­ba­ren Vor­teil, wenn es dar­um geht, die effi­zi­en­tes­ten und öko­no­mischs­ten Wege etwas zu tun her­aus­zu­fin­den. Es gibt drei For­schungs­be­rei­che, die für das Kla­vier­spie­len rele­vant sind: 

  • Gehirn­for­schung
  • Lern­for­schung
  • Bio­me­cha­nik

In Bezug auf das The­ma „Ler­nen“ hat die Hirn­for­schung inter­es­san­te Din­ge her­aus­ge­fun­den. Drei Punk­te möch­te ich beson­ders her­vor­he­ben. Man ler­ne umso schnel­ler und nachhaltiger,

Aufzählung - So gehts_01kl Je auf­merk­sa­mer man übt.
Aufzählung - So gehts_02kl Je mehr Spaß man dabei hat.
Aufzählung - So gehts_03kl Je krea­ti­ver man ist.

Die­se drei Punk­te bedin­gen sich gegen­sei­tig: übt man krea­tiv, macht es Spaß und hat man Spaß ist man voll bei der Sache – also hat jede Bewe­gung und jede Note unse­re unge­teil­te Aufmerksamkeit. 

Und die Auf­merk­sam­keit ist der Schlüssel!

Aus die­sem Grund ist auch stän­di­ges Wie­der­ho­len so ineffizient:

  • Wenn man als ein­zi­ges Ziel hat: das Stück durch­zu­spie­len – dann spielt man spä­tes­tens ab der 2. Wie­der­ho­lung auto­ma­ti­siert, also unaufmerksam.
  • Wenn man Stel­len, die man eigent­lich schon kann, immer wie­der durch­spielt, schwei­fen die Gedan­ken ab und man merkt viel­leicht erst nach 2 Minu­ten, dass man ja eigent­lich Kla­vier spielt…
  • Wenn man gewohnt ist Stü­cke zu ler­nen, indem man sie immer wie­der von Anfang bis Ende durch­spielt, neigt man dazu die Stel­len, die man nicht so gut kann, zu „über­spie­len“ und zu „hof­fen“, dass sie nach der x‑ten Wie­der­ho­lung plötz­lich von selbst klappen.

Verbesserung um 700 Prozent

Mit die­ser Übeme­tho­de brauch­te ich für ein Stück wie z.B. den ers­ten Satz der Mond­schein­so­na­te, etwa 1 Monat, um es aus­wen­dig vor­spie­len zu können. 

Mit den Tipps, die wir für Dich zusam­men­ge­stellt haben, brau­che ich nur noch 4 Tage. Das ist 7 Mal so schnell und damit eine Ver­bes­se­rung um 700 Prozent! 

Und das Schö­ne ist, dass es nichts mit Talent zu tun hat und man dafür gera­de nicht 6 Stun­den am Tag üben muss, son­dern weniger.

Man ersetzt ein­fach das mecha­ni­sche, kopf­lo­se Wie­der­ho­len durch bewuss­tes, prä­sen­tes und auf­merk­sa­mes Üben.

Wie genau das geht, zei­gen wir in den unten ver­link­ten Bei­trä­gen und Videos.

Jetzt bist du gefragt!

Konn­test Du mit den Tipps etwas anfan­gen? Hat­test Du viel­leicht sogar einen Aha-Effekt? 

Wenn Du noch Fra­gen zum Text hast, irgend­et­was unklar ist oder Du etwas noch genau­er wis­sen willst — dann schreib es in die Kommentare!

Wir freu­en uns auf Dei­nen Kom­men­tar! 🙂

  • Margarita Gross | PianoTube
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