Spielst du mit Armgewicht? So geht’s!

Für ein entspanntes, kraftsparendes und vorallem auch klanglich schönes Klavierspiel ist das Spielen mit Armgewicht die Grundvoraussetzung. Hier sind zwei sehr hilfreiche Übungen, mit denen du schnell lernst, das Armgewicht zu nutzen:

Übung 1

  1. Lege sämtliche Finger der rechten Hand von c‘ bis g‘ und drücke sie auf einmal runter.
  2. Lasse nun den Arm (bei gedrückten Tasten) unter den Tastenbereich hinunterhängen – so wie ein Bergsteiger, der an einer Klippe hängt.
  3. Hebe nun den Arm mittels der Finger hoch – als würde der Bergsteiger sich die Klippe hochziehen. Bis zu dem Punkt, an dem du kurz davor bist, die Taste loszulassen.

Übung 2

  1. Schlag eine Taste auf der Klaviatur an und halte die Taste auf dem Grund.
  2. Halte die Taste nicht mit mehr Kraftaufwand unten, als sie zum unten-bleiben benötigt. So hältst du die Taste mit dem Armgewicht unten. Etwa so, wie der Körper beim Stehen ruhig auf den Füßen ruht – du drückst die Füße ja auch nicht in Richtung Boden, wenn du stehst.

Das bedeutet also spielen mit Armgewicht – du nutzt das natürliche Gewicht des Armes, um gegen den Tastenwiderstand anzukommen.

Das Armgewicht reguliert dabei auch zwischen leisem und lautem Spiel – je lauter, desto mehr Armgewicht lässt du wirken. Je leiser, desto mehr Gewicht „entziehst“ du den Tasten.

Wie fühlt es sich an, wenn man ohne Armgewicht spielt?

Das Gegenteil des Spieles mit Armgewicht ist z.B., den Arm gewissermaßen über den Tasten hochzuhalten und nur mit reiner Fingerkraft zu spielen – einer der häufigsten Probleme bei etwas „festeren“ Schülern.

Das andere Extrem ist: Beim Spielen permanent, auch nach dem Anschlag noch die Taste mit Kraft hinunterzudrücken. Eine sehr anstrengende Art, zu spielen – die Sehnenscheidenentzündung ist da schon vorprogrammiert.

Mehr Informationen zu einem entspannten Spiel findest du im Beitrag „Verhindert dein festes Handgelenk deine Klavier-Fortschritte?“.

Jetzt bist du gefragt!

Wie haben dir die Tipps gefallen? Hast du beim Ausprobieren gemerkt, dass noch etwas unklar ist?

Teile mit uns deine Erfahrunge und frag ruhig, wenn etwas unklar ist!

Wir freuen uns auf deinen Kommentar! 🙂

  • Anton Ratsimar | PianoTube

2 Kommentare

  1. Lie­ber An­ton,
    per Zu­fall bin ich auf Dei­ne Web­site ge­sto­ßen und war an­ge­tan von Dei­ner ru­hi­gen Art Din­ge -oh­ne un­nö­tig viel zu „lab­bern“ -(sor­ry) zu er­klä­ren. Ich neh­me seit ca. Ei­nem Jahr Kla­vier­un­ter­richt und ha­be mir ei­nen Kind­heits­traum da­mit er­füllt Kla­vier­spie­len zu kön­nen. Das heißt von Kön­nen kann kei­ne Re­de sein!! Ich be­mer­ke seit­dem, dass es doch ge­wal­ti­ge Un­ter­schie­de gibt, je­man­den das Spie­len bei­zu­brin­gen.
    In keins­ter Wei­se geht mei­ne Kla­vier­leh­re­rin auf die Din­ge ein wie z.b FInger- sprich Dau­men oder Arm­hal­tung, sie ist der Mei­nung das kommt von „al­lei­ne“! Ich ver­su­che mir viel selbst an­zu­eig­nen und zu ler­nen, in­dem ich mir Tipps ho­le, wie z,B. Dei­ne Tipps in den ver­schie­de­nen Vi­deos. Be­komm bit­te kei­nen Schre­cken, ich bin 65 Jah­re und möch­te wirk­li­ch rich­tig spie­len ler­nen und nicht nur ein bi­schen rum­klim­pern! Wie­viel Theo­rie ist tat­säch­li­ch nö­tig?
    Ich wür­de mi­ch sehr freu­en auf ei­ne Ant­wort.
    Mo­ni­ka

    • Hal­lo Mo­ni­ka!
      Vie­len Dank für dei­nen Kom­men­tar! Ich freue mi­ch zu le­sen, dass die In­for­ma­tio­nen bei den Leu­ten an­kom­men, die sie brau­chen. Ich den­ke, dass die nächs­ten Vi­deos, die ich ge­ra­de in der Ma­che ha­be ge­n­au das rich­ti­ge für dich sein wer­den.
      Zu der Fra­ge: Die Fra­ge, wie­viel Theo­rie nö­tig ist, hängt na­tür­li­ch da­von ab, was du er­rei­chen möch­test. Mu­sik­theo­rie hilft auf je­den Fall, die Struk­tur und Zu­sam­men­hän­ge in­ner­halb ei­nes Stü­ckes zu er­ken­nen. Da­durch kann man si­ch die­se bes­ser ein­prä­gen, man wird un­ab­hän­gi­ger von No­ten oder kann die­ser schnel­ler ler­nen, weil man nicht ein­zel­ne No­ten liest, son­dern al­les im Zu­sam­men­hang.
      Ab­hän­gig von dei­nem Kennt­nis­stand kann es je­doch sinn­voll sein, erst­mal ak­tiv zu spie­len, nach No­ten oder auch nach Vi­deos, viel­leicht auch ein­fa­che Im­pro­vi­sa­tio­nen oder ähn­li­ches. Es kommt beim Spie­len viel­leicht nicht al­les „von al­lei­ne“, aber auf je­den Fall soll­te man erst­mal ei­ni­ge Spiel­erfah­rung sam­meln, da­mit man über­haupt et­was hat, an dem an­set­zen kann.
      Ich ha­be üb­ri­gens auch ei­ni­ge Klavier“schüler“ in dei­nem Al­ter, auch in Mu­sik­schu­len gibt es im­mer mehr auch äl­te­re An­fän­ger. Du bist al­so nicht al­lei­ne 😉
      Ich wün­sche dir viel Er­folg!

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