Machst Du diese Fehler beim Sitzen am Klavier? (+Checkliste)

Wie bereits in dem Beitrag „Klaviertechnik – Wege zu einer natürlichen Spielweise“ beschrieben, sind das wichtigste beim Klavierspiel bewegliche, anpassungsfähige und unverkrampfte Finger.

Da alle Muskeln ein oder mehrere Gelenke höher liegen, als das Gelenk, das sie bewegen, ist die Voraussetzung für bewegliche Finger, ein durchlässiger, balancierter Körper bzw. ein balanciertes Sitzen. Sehen wir, was passiert, wenn das nicht der Fall ist.

Ist die Wirbelsäule gekrümmt, löst das eine Kettenreaktion aus:

  1. das Becken ist nicht mehr auf den von Natur vorgesehenen Sitzhöckern,
  2. der Brustkorb ist vorn nach unten gezogen
  3. und dadurch die Schulterblätter deplatziert,
  4. die Schultergelenke können sich nicht mehr frei bewegen,
  5. was zur Folge hat, dass wir auch Ellenbogen, Handgelenke und die einzelnen Finger– und Daumengelenke nicht mehr mit einem Maximum an Bewegungsfreiheit bewegen können.

Durch die gekrümmte Haltung wird auch die Atmung zusätzlich erschwert, was zu noch mehr körperlicher Anspannung führt.

Darum ist es für einen erfolgreichen Start beim Klavierspielen so wichtig, die optimale Sitzposition für sich zu finden. Das ist sozusagen das Fundament, das man legt und auf dem man aufbaut.

Ist dieses Fundament wackelig ist die Beweglichkeit der Finger eingeschränkt und das Klavierspielen wird von Anfang an als sehr mühsam empfunden. Man kann also festhalten:

Man spielt umso besser, je durchlässiger der Körper ist und je freier sich die Gelenke bewegen können.

Ein stabiles Fundament bauen. So geht’s

Für ein bequemes Spiel brauchst man zunächst einmal einen höhenverstellbaren Hocker

Hat man diesen nicht, sollte man auf jeden Fall dennoch versuchen, mittels Hilfsmitteln (dicke Bücher oder ähnliches) auf die angemessene Höhe zu kommen, um keine schlechten Angewohnheiten oder Verspannungen zu riskieren.

Hier eine kurze Checkliste:

  • Der Klavierhocker ist gerade so hoch, dass bei Auflage der Finger auf die Tasten der Daumen auf der Ebene des Unterarms bleibt und zeigt nicht nach unten oder nach oben.
  • Der Ellbogen ist auf einer Linie oder ein kleines Stück über dem Handgelenk.
  • Die Schultern sind entspannt und hängen locker herab.
  • Der Hals ist frei.
  • Du kannst ohne Probleme tief in den Bauch hinein atmen.
  • Abstand zum Klavier: Wenn Dein Ellbogen in rechtem Winkel (90°) gebeugt ist, so sitzt du zu nah am Klavier, ein etwas weiterer Winkel ist optimal.

Liszt befreite die Klaviertechnik von den Fesseln der „ruhigen Hand, starre Finger“ Schule. Sein herrlicher Körpermechanismus, kontrolliert von einer nahezu perfekten Koordination, wird vollständig genutzt, um musikalischen Zielen zu dienen.1 Karl Hallé über Franz Liszt

Weiterlesen: 5 Fehler beim Sitzen am Klavier

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  • Margarita Gross | PianoTube

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Quellen

Kratzert, Rudolf: Technik des Klavierspiels. Ein Handbuch für Pianisten, 2002.

  1. Ebd., Nr. 755 (Übersetzung). []

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